Am Geiseljoch


Feb
8
2013

Ötztal – Ambergerhütte

geschrieben am 8. Februar 2013 von kempfi

Liebe TW-Gemeinde!
Die letzten 4 Tage waren wir zu Gast auf der Ambergerhütte (http://www.xn--amberger-htte-5ob.at/winter/index.htm) im schönen Ötztal. Obwohl das Wetter nicht 100% toll war möchte ich euch unsere Erfahrungen keinesfalls vorenthalten:

Anfahrt: Inntalautobahn bis Ötztal – kurz vor Längenfeld abzweigen Richtung Gries und über eine serpentinenreiche Straße bis zum Parkplatz am Ortsende beim Skilift.

Zustieg: Über die Rodelbahn gemütlich zur vorderen Sulztalam, wo einige Lawinenschilder unmissverständlich darauf hinweisen, dass man sich nun in den ungesicherten Raum bewegt. Weiter über dieselbe Rodelbahn, die relativ flach verläuft und wenige Abschneider ermöglicht. Die Hütte liegt auf einem kleinen Hügel über einem ansonsten flachen Talboden. Zustieg ca. 2-2.5 Std – je nach Gepäck.

Ausstattung: Die Ambergerhütte ist ein wirklich toller Stützpunkt – sowohl was Lage, Ausstattung, Bewirtung als auch die Tourenmöglichkeiten betrifft. Die Hütte bietet max. 100 Gästen Platz, es gibt einen Skiraum, Trockenraum, Münzduschen, 2 Gaststättenräume, eine Skiwerkstatt mit Wachsmöglichkeit (!!!!!!), Zimmer, Lager, etc. Alles ist in einem sehr sauberen, neuen und einladenden Zustand. Achja: Vor der Hütte oder mit ein bisschen Glück auch drinnen gibts Mobilfunkempfang und in der Hütte Wlan für LLB, Wetterbericht, Emails & Co 😀 Die Speisekarte bietet das Wichtigste, es gibt ein reichhaltiges Frühstücksbuffet, bei dem sicherlich jeder fündig und satt wird und um EUR 32,– komplette Halbpension (Frühstück, 3-Gänge Abendmenü, Lunchpaket, Marschtee) ohne Nächtigung. Wir waren begeistert!!!

Tourenmöglichkeiten: Sehr vielfältig in allen Schwierigkeiten, Längen und Expositionen. Einziger Wermutstropfen ist der zaache Talhatscher, der zu Anfang und Ende der meisten Touren in Richtung Hütte ist. Auf der anderen Seite ist er perfekt um bei -15 Grad in die Gänge zu kommen bzw. nach einer tollen PowderTour noch mal am Heimweg auszupowern 🙂

Wie war’s nun bei uns:
Wir waren – abgesehen von einer Ausbildungsgruppe der Alpinpolizei – die EINZIGEN Gäste auf der Hütte. Dies wird sich ab diesem Wochenende jedoch gravierend ändern. Dementsprechend war das Personal sehr um uns bemüht und absolut zuvorkommend. Der Wetterbericht war mittelmässig, der LLB für jeden Tag ca. ein 3er in allen Expositionen über 1800m. Schneedeckenaufbau mittel-gut, darüber im Schnitt 30-60cm Pulver. In den Nächten schneite es, das Wetter war zumeist am Vormittag besser, am Nachmittag schlechter. Sicht teilweise mies, Schneequalität ein Traum. Jedoch im Vergleich zu Feb letztes Jahr und vorletztes Jahr weniger Schneedecke – d.h. mehr offene bzw. halb-offene Spalten…). Wir waren mit normalem Rucksack plus für die Touren ABS unterwegs – was bei den derzeitigen Verhältnissen sicher keine schlechte Idee ist, denn wir haben teilweise recht anspruchsvolle Touren gemacht:

Tag1: Kuhscheibe 3190m, 1450hm, 13,5km Länge (wobei das nicht die „Normalwerte“ sind, denn wir sind nach der Abfahrt den letzten Hang nochmals aufgestiegen). Kritisch sind die untere Steilstufe sowie ein Teil oben. Überraschenderweise war kurz unterm Gipfel ein Schneefeld, wo von oben dann eine halb-offene (riesige!!) Spalte gesehen haben. Nach dem Skidepot gehts ca. 100hm durch verblocktes Gelände ohne Probleme zum Kreuz. Aufgrund der Wetterlage keine Überschreitung sondern Abfahrt wie Aufstieg – herrlich!

Tag2: Schwarzenbergbach – Schwarzenbergferner – Schrankkarkopf: Ein langer, meist flacher Zustieg zu einem „Endpunkt“, der Luftlinie eigentlich ums Eck von der Hütte liegt. Da man jedoch einen Halbkreis geht kommen 1200hm um 13,5km zusammen, bis man das Finish auf 3300m erreicht. Ursprünglich wollten wir auf den Schrankkarkogel. Ist jedoch nur sehr guten Alpinisten bei absolut perfekten Bedingungen vorbehalten. Wir hätten keine Chance gesehen. Alternativ wäre auch der Schrankogel von SO mit Abfahrt über NO interessant. War früher mal eine Eisroute. Harte Jungs machens mit den Ski, wobei auf der SO-Seite wahrscheinlich aufgrund der Steilheit ewig zu tragen ist. Wäre ein imposantes Unterfangen. Abends: Skiwachseln 🙂

Tag3: Sachen gepackt und Abfahrt zur vorderen Sulztalalm. Große Rucksäcke deponiert, mit ABS weiter Richtung SW über einen teilweise sehr steilen Forstweg, später Steig auf ein Hochplateau. In selber Richtung weiter, eine steilere Stufe nehmend dem Tonigenkogel entgegen. Wir sind bis ca. 100m unter den Gipfel gekommen und haben am Kamm unser Finish bezogen. Weiter würds entweder über Blockgelände gehen oder durch eine Rinne und einen flacheren Grat. Wir hatten a) zu wenig Zeit, b) zu viel Schnee in der Rinne, c) zu wenig Schnee am Grat und d) keine Lust :-D. Also Abfahrt durch geilsten Powder, später Wald zur Alm, Rucksäcke geschultert und über die Rodelbahn runter.

Fazit: Tolle Tourentage, toller Stützpunkt (für den ich hiermit gerne „gratis“ Werbung mache), leider mässiges Wetter, super Schnee. Ich komme wiedermal zum Schluss, dass diese ganze Geschichte mit den Frühjahrstouren eine relative Geschichte ist und lade gerne zu Diskussionen ein… 🙂 Uns hat’s taugt, wir waren super-safe unterwegs und abgesehen von kalten Fingern und Zehen bei teilweise -20 Grad plus Windchill wars supi!

2 Reaktionen zu “Ötztal – Ambergerhütte”

  1. 1.
    avatar
    asti


    Hallo Kempfi,
    die Amberger Hütte ist ein toller Stützpunkt für Tourengeher, da gebe ich dir Recht. Hier im Forum sind einige (zb chris) die diese Gegend in- und auswendig kennen und hier Sommer wie Winter zu Gast sind. Ich selber werde das Ötztal zwar heuer noch intensiv „begehen“, allerdings noch weiter taleinwärts ab Obergurgl.

    Schnee lt. deinem Bericht genug – auch bis retour zum Auto, danke für die Info!

  2. 2.
    avatar
    kempfi


    mehr als genug schnee um bis zum auto zurück zu kommen lieber asti 🙂

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